Romanze mit der Revolution

Im Herbst 2017 findet die Veranstaltungsreihe Kunst, Spektakel & Revolution zum sechsten mal in der ACC Galerie Weimar statt. Der diesjährige Themenblock steht unter dem Titel »Romanze mit der Revolution« – wie der gleichnamige Titel einer Ausstellung, die zur gleichen Zeit in der ACC Galerie zu sehen ist (Link).

Kunst und Revolution haben sich in der Geschichte immer wieder aneinander angenähert und gegenseitig angezogen – auch wenn diese Beziehung stets nur momenthaft, prekär und unsicher gewesen ist. Die Kunst hat allein deshalb eine gewisse Nähe zur Revolution, weil in ihrem Bereich das Realitätsprinzip der bürgerlichen Gesellschaften außer Kraft gesetzt sein soll – aus diesem Grund ist die Kunst der Revolution aber auch entrückt, weil ihr virtueller Charakter die Wirklichkeit unangetastet lässt, an die die RevolutionärInnen Hand anlegen wollen. Gerade aufgrund der Momenthaftigkeit dieser Beziehung lohnt sich eine Auseinandersetzung mit ihr – hier liegen Geschichtsstränge und Entwicklungsmöglichkeiten verschüttet, die etwas Unabgegoltenes an sich haben. An der Beziehung von Kunst und Revolution lässt sich gleichzeitg rekonstruieren, wie sehr Kunstgeschichte und gesellschaftliche Entwicklung miteinander verwoben sind – insbesondere anhand der widerspruchsvollen Beziehung zwischen der russischen Avantgarde und der Oktoberrevolution, die sich 2017 zum hundertsten mal jährt.