Archiv für Februar 2015

KSR #4 Heftvorstellung in Berlin

Lesung mit Autoren von ›Kunst, Spektakel & Revolution – 12.03.2015 – Laidak

    Ort: Laidak (Boddinstraße 42, Neukölln)
    Beginn: 19:30 Uhr

Ende des letzten Jahres ist die vierte Ausgabe der Broschüren-Reihe Kunst, Spektakel & Revolution erschienen. Sie basiert auf der gleichnamigen Vortragsreihe, die seit 2009 in der Weimarer ACC Galerie stattfindet. Die neue Ausgabe steht unter dem Titel „Die Verwirklichung der Poesie“ und enthält 14 Texte zur Dichtung des 19. Jahrhunderts und ihrem Verhältnis zur Revolution.

Am 12.03.2015 werden KSR-Autoren im Laidak eine Lesung veranstalten. Zu hören sein werden Fragmente der Revolutions-Poesie des 19. Jahrhunderts, die so lange weiter herumspuken werden, bis Ausbeutung und Unglück ein Ende gemacht wurde. Beim Spuk dabei sind Charles Baudelaire, Auguste Blanqui, Heinrich Heine und Andere.

›Verschiebung‹ No.1 ist erschienen

Verschiebung. Broschüre zum Verhältnis von Kunst und Gesellschaft #1

Am 21.02.2015 ist unter dem Titel »Verschiebungen« ein Magazin erschienen, das unter folgender Adresse bestellt werden kann: lamerde@gmx.de – die Kosten betragen 8,- € pro Exemplar. Neben einigen essayistischen Reflexionen zum Verhältnis von Kunst und Gesellschaft enthält das Magazin Gedichte und Prosa-Texte sowie zahlreiche Photografien, Zeichnungen, Gemälde und eine Musik-CD. Das Magazin will über die Untersuchung ästhetischer Objektivationen Rückschlüsse auf den derzeitigen Entwicklungsgang der Gesellschaft ziehen und fragt nach den Möglichkeiten ihrer revolutionären Überwindung. Untenstehend könnt ihr das Inhaltsverzeichnis sowie das Editorial einsehen.

Inhalt

  • Editorial
  • Lukas HolfeldEs rette uns die Kunst? Anmerkungen zu einer Kritik der Ästhetik
  • Xuehka – Zeichnungen I
  • Lena HaubnerAnfangsgründe einer wechselseitigen Erhellung von Schrift und Kultur, Teil 1: 15. & 16. Jahrhundert
  • Lea Hopp – Bildserie I
  • Pilli Mandel – #1
  • Martin KrempelDie enigmatische Sprache der Kunst: Becketts Roman ›Der Namenlose‹ mit Adorno gelesen
  • Lea Hopp – Bildserie 2
  • Stanley Schmidt / Evelyne Laube – Hitlermorphose / ›Hitlerkäfer‹
  • Lena HaubnerLeid ästhetisch beredt werden lassen? Die Problematik der künstlerischen Darstellung von Leid bei Schönberg, Spielberg und Nachtwey
  • Daniel Homann – Le Havre
  • Xuehka – Zeichnungen 2
  • Pilli Mandel – #2
  • Maximilian Koch / Tina FerusFreuds Traumdeutung: Eine Erinnerung / Foto
  • Manuel Stallbaumer – Gedichte
  • Thomas Zimmermann / a.w.Apparate infrage stellen, andere Praktiken entwickeln, Verhältnisse neu gestalten / Zeichnungen
  • Torsten CremerHinter den Kulissen einer Zuckerbäckerstadt. Über einen Fall von Polizeigewalt in Weimar
  • Maximilian Koch – o.T.
  • Songs for Pneumonia – Interview von Teufelweich Schriebsie & CD

Editorial
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Verschiebung. Broschüre zum Verhältnis von Kunst und Gesellschaft #1

Release

    21.02.2015 – 19:00 Uhr, Lützner Straße 30, Leipzig

Am 21.02. tritt in Leipzig ein neues Magazin in die Öffentlichkeit. Es trägt den Titel „Verschiebungen“ und enthält neben einigen theoretisch-essayistischen Überlegungen zur Kunst auch literarische Texte, Gedichte, Fotografien und Zeichnungen. Auch eine exklusive Musik-Veröffentlichung nebst Interview zu selbiger ist darin enthalten. Ein ambitionierter Versuch, eine gesellschaftskritische Reflexion auf mehreren Ebenen anzustoßen.

Ausgang dieser Untersuchung ist, dass Kunst einerseits als Ware im Zeitalter der Kulturindustrie in Komplizenschaft mit den herrschenden Verhältnissen tritt, und zugleich als verkehrter und gebrochener Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse eine Lücke aufweist, in der verschüttete Potenziale und versagte Bedürfnisse ihren Ausdruck finden. In diesen Verschiebungen stehen der veränderte Status der Kunst und die Konstitution der Individuen in der Postmoderne, welche Kunst schaffen oder rezipieren, im Mittelpunkt. Beides bedarf einer genaueren Betrachtung, um zum einen feststellen zu können, welche gesellschaftlichen Antagonismen diese prägen und durchziehen, und zum anderen Rückschlüsse auf den derzeitigen Entwicklungsstand der Gesellschaft ziehen zu können, welche eine revolutionäre Praxis wieder in den Raum stellt und ermöglichen könnte.

Abendprogramm:

Lilli Helmbold (Hg.) stellt das Magazin vor und verliest das Editorial.

Lukas Holfeld referiert einige Thesen: Jede Ästhetik (und insbesondere die bürgerliche) ist mit der Frage nach einer besseren Einrichtung der Welt verbunden. Die Kunst konnte nur deshalb zu einer autonomen Sphäre innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft werden, weil die bürgerliche Klasse den Anspruch auf eine allgemein-menschliche Emanzipation verraten und stattdessen eine Herrschaft neuen Typs errichtet hat. Die Avantgarde-Bewegungen haben versucht den Widerspruch zwischen heroischer Kunst und unheroischer Wirklichkeit freizulegen und seine Sprengkraft zu entfalten. Ihr Vorhaben der Aufhebung der Kunst ist gescheitert, die Zerstörung der Grenze von Kunst und Alltagsleben hat sich in der Kulturindustrie jedoch mit negativem Vorzeichen verwirklicht. Zu diesem Komplex sollen einige Thesen vorgetragen werden.

Lena Haubner verliest einen Text, den sie zum Magazin beigesteuert hat: Der Fotograf James Nachtwey ist weltweit bekannt für seine Bilder aus Krisengebieten, in denen er die Auswirkungen von Krieg und Armut dokumentiert. Neben der Brisanz der erschütternden Abbildungen zeichnen sich seine Bilder dabei durch ein Höchstmaß an künstlerischer Präzision und Handfertigkeit aus. Bedeutet dieser Vorgang nicht letztendlich, das Leid anderer zu ästhetisieren? Die Darstellung menschlichen Leids in der Kunst stellt ein grundlegendes moralisches Problem der Moderne dar. Kann das Grausame mittels der Kunst angemessen dargestellt werden? Wird dabei nicht zwangsläufig die Würde der Opfer verletzt? Dürfen Bilder, die Schreckliches zeigen, schön sein? Und was bedeutet „angemessen“ in diesem Kontext überhaupt? Lena unternimmt in ihrem Text den Versuch, anhand von Beispielen von James Nachtwey, Arnold Schönberg und Steven Spielberg, einen Umgang für die Problematik der künstlerischen Darstellung von Leid zu finden – falls es einen solche überhaupt geben kann.

■ Die Band Songs for Pneumonia spielt eine Session – zu erwarten sind elektroakustische Klänge zwischen Noise, Sound, Jazz und Ambient.

■ DJ snazzy.grrrlzz legt Female Rap auf.

■ Zu sehen sein wird eine Ausstellung mit Fotografien von Lea Hopp und Helene Tornau sowie Gemälden von Maximilian Koch, die alle drei Illustrationen zum Magazin beigesteuert haben.