Einladung zur Soiree

Release der KSR-Broschur No.3 am 08.03.2013

Nachdem das Release-Datum der dritten Ausgabe der Broschüre „Kunst, Spektakel & Revolution“ mehrmals verschoben und zahlreiche Anfragen vertröstet werden mussten, ist es nun endlich so weit: am 8. März 2013 wird das Heft erscheinen. Wir möchten euch deshalb herzlich zu einer kleinen Soiree in die Leipziger „A und V“-Galerie (Lützner Str. 30) einladen. Ab 20:00 Uhr empfangen wir euch zu einer Vorstellung des Heftes und einem kleinen Vortrag über Hölderlins Roman „Hyperion oder der Eremit in Griechenland“ – letzteres gewissermaßen als Ausblick auf das bereits im Werden begriffene vierte Heft. Anschließend gibt es Beisammensein in netter Runde bei Getränken und erlesener Musik.

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Ausblick auf das Heft „Kunst, Spektakel & Revolution“ No.3

  1. Lukas Holfeld: »Es rette uns die Kunst!?« – Anstatt einer Einleitung: Anmerkungen zu einer Kritik der Ästhetik
  2. Christopher Zwi: »Auge und Bild im Spiegel und Spektakel« – Zu einer materialistisch historischen Imageologie
  3. Martin Dornis: »Das hörende Subjekt und sein Tod« – Überlegungen zur Dialektik der Aufklärung in der Musik bei Ludwig van Beethoven und Gustav Mahler
  4. Nikolai E. Bersarin: »Über die Geschmacksbildung in der Kunst« – Zum Verhältnis von Schmecken und Geschmack
  5. Micha Böhme: »Von Lust & Gefahr, sich im Anderen zu verlieren« – Ein Essay übers Riechen als den wohl geächtetsten aller Sinne
  6. Katja Wagner & Korinna Linkerhand: »Der postmoderne Körper – gelebter ort der Möglichkeiten?«
  7. Karina Korecky: »It Ain‘t Me Babe« – Etwas zu Liebe und Geschlechterdifferenz anlässlich der Polyamorie-Debatte
  8. Mira Blau: »Ich und Du« – Der Pfad zwischen Erkenntnis und Wahn
  9. Hannes Bode: »Negation und Utopie« – Überlegungen zu Aufklärung, Menschenrechten und den Bedingungen emanzipatorischer Theorie und Praxis
  10. Jakob Hayner: Hermann Grab – ein vergessener Literat
  11. Jost Ulshöfer: »Zwischen Schlössern, Passagen und dem Palaise Royal« – Zur utopischen Architektur Charles Fouriers
  12. Magdalena Gerwien & Peter Schulz: »Risse im Traum« – Neue Barbaren in Brechts Nordseekrabben
  13. AG Gesellschaftskritik: »Proletarität und Revolutionstheorie« – Zu den Konstitutionsbedingungen und der Beschaffenheit revolutionärer Subjektivität
  14. Wolfgang Bock: László Moholy-Nagy und die Rettung der Objekte durch Licht
  15. Roger Behrens: »Nach Großstadt und Geistesleben« – Thesen, Fragmente und Material zur Kritik der Sinnlichkeit im Urbanen

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Vortragsankündigung

Die Frage nach dem kritischen Gehalt ästhetischer Erfahrung oder nach dem Verhältnis von Kunst und Politik ist nicht ohne weiteres zu beantworten. Sie können nur Ausgangspunkt einer konkreten Auseinandersetzung mit den Zeugnissen der Kultur sein und fordern, sich auf historisches oder gegenwärtiges „Material“ einzulassen. Anstatt einen großen Aufriss zu machen, will sich der Vortrag deshalb einem bestimmten Werk nähern, anhand dessen Interpretation vielleicht weitergehende Reflexionen entspringen können: dem Roman „Hyperion oder der Eremit in Griechenland“ von Hölderlin. Bevor Hölderlin, Hegel und Schelling sehr unterschiedliche Wege beschritten, hatten sie 1794 – nachdem sie von den großen Erhebungen in Frankreich erfahren hatten – gemeinsam mit anderen Studenten des „Tübinger Stifts“ einen „Freiheitsbaum“ gepflanzt und einen Schwur auf die Revolution geleistet. Vom Ausbleiben einer Revolution in Deutschland, aber auch von der Möglichkeit einer Verlängerung des Leidens durch das Missraten einer gewaltvollen Erhebung, handelt „Hyperion“. Dabei trägt „Hyperion“ Züge eines Bildungsromans – er erzählt die Geschichte eines werdenden Subjekts, das sich in seiner Entwicklung mit der äußeren Welt auseinandersetzen muss. Im Gegensatz zum klassischen Bildungsroman – etwa „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ von Goethe – erkennt der sich „bildende“ Hyperion die Welt jedoch nicht an, sondern revolutiert gegen das Bestehende … und scheitert auf ganzer Linie. Der Vortrag will in den Roman einführen, einige Stellen genauer betrachten und Interpretationsvorschläge zur Diskussion stellen. Dabei soll versucht werden, das Sujet des Romans mit heutigen Versuchen, ein revolutionäres Vorhaben (oftmals nur in Gedanken) aufleben zu lassen, in Bezug zu setzen. Ausgehend von Hölderlins Begriff der Poesie, als dem Prinzip, das die Trennungen überwindet, soll dann ein skizzenartiger Ausblick auf die Entwicklung der modernen Dichtung als einer Tendenz des Verstummens und des Zerfalls gegeben werden.