Archiv für Februar 2010

In der aktuellen Ausgabe der Online-Zeitschrift „Bonjour Tristesse“ ist ein Interview mit Marco Kulpke über Punks in der DDR, den nationalistischen Wendetaumel und die Zeit danach enthalten. Lesen

In der Kategorie Text steht nun das Vortragsmanuskript von Claus Baumeister zum Begriff der politischen Kunst zur Verfügung.

Biene Baumeister: Was heißt „politische Kunst“?

Manuskript des Vortragssegments Baumeister (Weimar, 18.06.2009)

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Bevor wir uns der Kritik der Situationistischen Internationale hinsichtlich »Kunst« und »Politik« zuwenden, möchte ich fragen, was mit der Wortverbindung »politische Kunst« oder »kritische Kunst« angezeigt sein kann. Dabei möchte ich mich aber nicht auf unmittelbare Definitionsversuche bezüglich »der Kunst«, »der Politik«, »des Politischen« oder »der Kritik« einlassen, weil diese nämlich selbst politisch umstritten sind und insofern selbst der Form des Politischen unterworfen sind. Vielmehr möchte ich fragen, ob es sich überhaupt von vornherein vornehmen lässt, »Politik zu machen«, »Kunst zu betreiben« oder einen »kritischen Standpunkt« einzunehmen, in dem Sinne, dass damit verstanden wird, dass die Tätigkeiten, die damit benannt sind, die Eigenschaften haben, »politisch«, »künstlerisch« oder »kritisch zu sein«. Kann ein solches Vornehmen mehr bedeuten, als ein bloßes Versprechen oder ein suggestives Selbstversprechen (bzw. eine Selbstversicherung), dessen Einlösung aber völlig offen scheint? Ist es nicht vielmehr so – und das wage ich mit guten Gründen zu behaupten –, dass wir immer nur im Nachhinein sagen können, ob eine Tätigkeit, ein Werk oder ein Ereignis auch wirklich politisch, künstlerisch oder kritisch gewesen ist? Und selbst diese nachträglichen Bestimmungen oder die Frage, ob sie auch wirklich zutreffend sind, fallen wiederum in den Bereich des politischen »Handgemenges«. D.h.: Politik, Kunst und Kritik sind als Titel für Bestimmungen zu verstehen, die ihrerseits umkämpft sind, die immer wieder aufs Neue in der politischen Form des diskursiven, kommunikativen oder wirklichen »Handgemenges« ausgehandelt werden (ähnlich wie übrigens auch: das Vernünftige, das Schöne, das Gute, das Gerechte oder das Wahre). Auch dann, wenn wir »Kunst« und »Politik« kritisieren, werden wir dieses »Handgemenge«, die politische Form, nicht los; eine solche Kritik vollzieht sich immer im Modus des Politischen. (mehr…)

Broschüre „Kunst | Spektakel | Revolution“ erschienen

Nachdem der erste Block des zweiten Teils der Veranstaltungsreihe „Kunst | Spektakel | Revolution“ zu Ende gegangen ist, hat das Bildungskollektiv nun eine Broschüre herausgegeben, welche die Vorträge der ersten Veranstaltungsreihe dokumentiert. Die Broschüre kann über das Bildungskollektiv bezogen werden und die einzelnen Beiträge stehen in der Kategorie „Broschur“ zur Verfügung.

Im April wird der zweite Teil der Veranstaltungsreihe fortgesetzt:

Block 2 • April – Juni 2010

Das große Spiel und travail attractif

Charles Fourier und sein Vermächtnis für die Avantgarde
Tilman Reitz • 15.04.2010

Lautreamont & Detournement

Lautreamonts Plagiatkunst als Destruktionsmodell der Moderne
Christopher Zwi & R.G. Dupuis • 22.04.2010

Realismus, Antifaschismus, Expressionismus

Die Expressionismus-Debatte und das Konzept des Realismus
Kerstin Stakemeyer & Roger Behrens • 13.05.2010

SARKASMEN

Überlegungen zum poetischen Interventionismus in Paul Celans Spätwerk
Magnus Klaue • 17.06.2010