Streetart und Kapitalismuskritik

Das Beispiel Splasher

Hans Christian Psaar – 25. Juni, 20:00 Uhr

Street Art wird oft als widerständige Kunst rezipiert, die Konsum kritisch reflektiert. Andererseits wird der Street Art Kommerzialisierung vorgeworfen. Im Vortrag wird ausgehend vom Beispiel der New Yorker Gruppe „Splasher“ das Verhältnis von Street Art und Kritik thematisiert. Mit Farbbeutelanschlägen auf die Werke namhafter Street Artists und einem Bezug auf die Situationistische Internationale machte die Gruppe seit 2006 auf sich aufmerksam. Aus ideologiekritischer Sicht wird die Theorie und Praxis von Splasher beleuchtet und die Ökonomie von Street Art und Kunst heute untersucht. Dabei wird anhand von Exkursen zur Situationistischen Internationale und dem Abgleich mit einem Avantgardemodell versucht Street Art – und mit ihr die Möglichkeiten radikaler Kritik – historisch zu bestimmen. Ein weiterer Widerspruch mit der Street Art: auf der einen Seite kokettiert sie mit dem Image des Widerständigen, andererseits ist die Reflexion über ihre eigene Beschaffenheit doch eher rudimentär ausgeprägt. Zu einer weitergehenden Beschäftigung möchte der Vortrag anregen.

Hans Christian Psaar ist Sozialwissenschaftler und DJ. Er betreibt das Plattenlabel Sprengstoff und ist Autor der Zeitschrift Datacide. Er referiert unter anderem zu den Themen Underground und der Kritik der Kulturindustrie. Den Vortrag zu Streetart und Kapitalismuskritik hielt er bereits 2008 auf einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Urban Script“ in Berlin.