Die Kathedrale des Sozialismus

Bauhaus und kommunistische Bewegung

Justus H. Ulbricht – 2. Juli, 20:00 Uhr

Vorläufiger Ankündigungstext

„Die Kathedrale des Sozialismus“, ein Holzschnitt von Lyonel Feininger zum ersten Bauhaus-Manifest, ist ein Zeugnis davon, dass es im Bauhaus eine Verbindung zwischen Kunst und revolutionärer Bewegung gegeben hat. Heute ist das Bauhaus jedoch vor Allem als Designerschule bekannt. Dass mit der Vereinigung von Ästhetik und Handwerk auch eine praktische Kritik der Sphärentrennung betrieben wurde, scheint in Vergessenheit geraten zu sein, angesichts der Tatsache, dass es in der Bauhaus-Universität in Weimar nicht einmal mehr das gemeinsame Grundsemester gibt, welches das Lehrkonzept des damaligen Bauhauses gekennzeichnet hatte und dass sich Kunst- und Architekturstudenten in Weimar nicht recht vertragen wollen. Deshalb gilt es die Fragen zu stellen, an welchen Punkten sich das Bauhaus in eine politische Bewegung hineinbegeben hat, wie der theoretische Hintergrund dafür ausgesehen hat und wie das Verhältnis zwischen Bauhaus und Faschismus gewesen ist. Im Gegensatz zu anderen Bewegungen der Avantgarde, besetzte das Bauhaus Kategorien wie „Normierung“ und „Rationalität“ sehr positiv. Ein weiterer interessanter Punkt ist das Verhältnis ehemaliger Bauhaus-Meister zum späteren „Bauhaus Imaginiste“, welches eine radikale Fortsetzung des Bauhaus-Gedankens durch den dänischen Künstler Asgar Jorn in Italien darstellte. Diese Diskussion problematisiert das Verhältnis zwischen Funktionalität und Ästhetik.

Justus H. Ulbricht
ist tätig für die Weimarer Klassik Stiftung und engagiert sich im Projekt „Cicerone“. Er publizierte unter anderem zur Kulturpolitik des Nationalsozialismus und zu „Romantik, Revolution & Reform“.